Historische Zusammenfassung
Regulierungsrat der geschützten Ursprungsbezeichnung Alicante

Der Geruch nach Most in den hellen Morgenstunden.“ Wagen voller Trauben, die beben, wenn der Wagen in die Radspuren fährt. Die Winzer jeweils zu zweit mit ihrem hohen Korb und ihren Sicheln. Gebückt über die kräftigen, kriechenden Rebstöcke. Lieder. Sticheleien. Im Weinkelter die Keltertreter, die mit bloßen Beinen immer und immer wieder singend über die Bretter laufen. Mit ihren nackten Füßen in Bast- und Hanfschuhen. In der ganzen Stadt der starke Geruch nach dem dickflüssigen Most, der Geruch in allen Landhäusern. Der Geruch im ganzen Land von Alicante. (Azorín)
Sie brachten uns einzigartige Früchte, saftige und glänzende Muskatellertrauben, feurigen Wein, den typischen Wein aus Alicante. Das Brausen der Meereswellen war unsere Tischmusik, die Sterne am Himmel unser Licht in eine Sommernacht, wie ich sie noch nie erlebt hatte. Und ich wusste, dass am nächsten Morgen ein neuer Sommertag mit seiner Nacht beginnen würde und wie er noch viele weitere im warmen Spanien. (Hans Christian Andersen)
Unter allen vorzüglichen Weinen, die diese Huerta erzeugt, befindet sich an erster Stelle dieser, der seinen eigenen Namen hat: Fondillón, ein gereifter Süßwein aus der Huerta von Alicante. Sein Ruhm ist so groß, dass das Prinzenpaar nach dem Verkosten sagte: Ist dies der berühmte Wein aus Alicante, der so viel Prestige hat in vielen Ländern (Guardiola Ortiz. Alicantiner Gastronomie)
Der Geruch nach Most in den hellen Morgenstunden.“ Wagen voller Trauben, die beben, wenn der Wagen in die Radspuren fährt. Die Winzer jeweils zu zweit mit ihrem hohen Korb und ihren Sicheln. Gebückt über die kräftigen, kriechenden Rebstöcke. Lieder. Sticheleien. Im Weinkelter die Keltertreter, die mit bloßen Beinen immer und immer wieder singend über die Bretter laufen. Mit ihren nackten Füßen in Bast- und Hanfschuhen. In der ganzen Stadt der starke Geruch nach dem dickflüssigen Most, der Geruch in allen Landhäusern. Der Geruch im ganzen Land von Alicante. (Azorín)
Sie brachten uns einzigartige Früchte, saftige und glänzende Muskatellertrauben, feurigen Wein, den typischen Wein aus Alicante. Das Brausen der Meereswellen war unsere Tischmusik, die Sterne am Himmel unser Licht in eine Sommernacht, wie ich sie noch nie erlebt hatte. Und ich wusste, dass am nächsten Morgen ein neuer Sommertag mit seiner Nacht beginnen würde und wie er noch viele weitere im warmen Spanien. (Hans Christian Andersen)
Unter allen vorzüglichen Weinen, die diese Huerta erzeugt, befindet sich an erster Stelle dieser, der seinen eigenen Namen hat: Fondillón, ein gereifter Süßwein aus der Huerta von Alicante. Sein Ruhm ist so groß, dass das Prinzenpaar nach dem Verkosten sagte: Ist dies der berühmte Wein aus Alicante, der so viel Prestige hat in vielen Ländern (Guardiola Ortiz. Alicantiner Gastronomie)

Ursprünge der Herkunft

Der Ursprung des Weines aus Alicante liegt in den Legenden und Fabeln, die sich um die historischen Wurzeln der Weine aller Regionen ranken.

 

In unserer Provinz waren es die Iberer, die die Weinrebe für den familiären Gebrauch anbauten, obwohl sie bereits wild wachsend existierte.  Es waren wahrscheinlich die Phönizier, die in der ersten Hälfte des ersten Jahrtausend v.Chr.  Die Römer waren große Weinbauern.

 

Archäologische Funde, vor allem im Gebiet des Marquisat belegen das Vorhandensein von Weinamphoren und großen „Villae“, die sich dem Weinanbau widmeten. Es wurden sogar Reste einer Fabrik dieser Art von Gefäßen gefunden.   Es gibt nur sehr vage Nachrichten über unsere Weine im frühen Mittelalter und es scheint so, dass sogar die Weinberge und ihre Produktion sich in einem dunklen und tiefen Abgrund verlieren, was andererseits typisch für dieses Zeitalter ist.

 

Die ersten schriftlichen Aufzeichnungen stammen seltsamerweise von Arabern, die in ihren Versen die Exzellenz jener Weine besungen und im Buch „Repartiment” gibt es bereits Abschnitte, in denen Schenkungen von Weinbergen in verschiedenen Dörfern der Provinz zugeteilt werden.  Aber erst im 15. Jh. halten unsere Weine wahrhaftig Einzug in die dokumentierte Geschichtsschreibung.

 

In der archäologischen Fundstätte Benimaqua in Denia liegt einer der ältesten Weinkelter Europas, ganz nahe am Meer und auf den Export ausgerichtet, und dies bleibt so in der gesamten Geschichte der Weine aus Alicante.

Renaissance: wirtschaftlicher Aufstieg

Ferdinand der Katholische verbot 1510 den Vertrieb von Weinen aus anderen Ländern in Alicante.  Philipp II. bestätigte 1596 das vorstehende Privileg: “La Collita de Vi sia la Mes principal de la qual se sustenta molta gent així principal com plebeyos”. Alle diese Vorzugsrechte wurden erlassen, um die einheimischen Weine zu schützen, da ihr guter Ruf bereits über die Landesgrenzen hinaus bekannt war. So berichtet Hieronymus Münzer 1492 in seinem Buch „Itinerarium siue prereginatio per Hispaniam …” über Alicante, „im östlichen Teil dieses Landes wird viel Weißwein erzeugt, aber besonders der so genannte Tinto de Alicante hat einen großen Markt in England, Schottland, Flandern und anderen Orten Europas, … am Tag unseres Aufenthalts in der Stadt sahen wir im Hafen 26 Schiffe aus Vizcaya, Flandern und anderen Ländern, die Wein verluden“.

 

Im 17. und 18. Jh. setzte sich der Aufschwung der Produktion von Wein aus Alicante fort, aber vom dortigen Hafen aus konnte nur der innerhalb der Stadtgrenzen erzeugte Wein exportiert werden. In diesen Jahren wird reichlich Wein in Orihuela, Jijona, Monforte und Novelda produziert.

 

Das Monopol aus dem Jahr 1510 endet 1756, als mit gewissen Einschränkungen der Export von Weinen aus dem Binnenland der Provinz gestattet wird. Auf eine vollständige Liberalisierung des Weinhandels in der Provinz muss noch bis zum 25. Februar 1834 gewartet werden.  Und damit sind wir bereits im 19. Jh., dem Goldenen Zeitalter der Weinproduktion in Alicante.

19. Jahrhundert

In diesem Jahrhundert waren in allen Dörfer große Flächen dem Weinbau gewidmet. In Cocentaina wird das erste Weinbauinstitut Spaniens gegründet, das die Ankunft der Reblaus in diese Zonen eindämmen soll.

 

Unser Wein war stets ein Wein mit „Königlicher Herkunftsbezeichnung“, Wein der Kardinäle der Renaissance, der Könige von Frankreich und Literaturprinzen.  Wir verfügen über wertvolle und kuriose Aussagen, die für sich allein für den guten Ruf unserer Weine sprechen. Hier einige ausgewählte: Der Herzog von Saint Simón berichtet in seinen Memoiren, dass der Sonnenkönig, Louis XIV. an der Schwelle des Todes und von der Gangrän verzehrt, nur noch in Wein aus Alicante eingeweichte Biskuits zu sich nehmen konnte.  Doktor Cabanes schreibt in seinem Buch „Le mal hereditaire” in Bezug auf Isabel de Farnesio, der Gattin von Philipp V., dass „sie ihrem königlichem Gatten eine Diät auferlegte aus Gewürzen und Schmorfleisch und Wein aus Alicante, die ihm unter ihren Zärtlichkeiten oder Verweigerungen in einen Zustand nervöser Erschöpfung versetzte, mit Zutaten, die die Liebe auf Kosten des Lebens erneut anfachen”.

 

Auch war er der Wein der bedeutendsten Flotten und ihrer Admirale.  Der Admiral Julio Guillen Tato schreibt, dass der Wein aus Alicante der erste war, der um die Welt fuhr, denn er begleitete Elcano auf seiner zweiten Reise um den Globus. Es ist nicht belegt, aber schön zu glauben, dass das Gelübde, das Elcano vor dem Schweißtuch der Veronika ablegte, als Dank für den Wein galt, der in der Umgebung angebaut wurde und ihm auf seiner langen Reise half.

 

Diese Weine sind Teil der Literaturgeschichte: Dembowski, Dumas, Salgari, Davillier, Quinet und viele mehr haben sie in ihren Büchern erwähnt und an ihrem Gaumen ersehnt. Wir wählen aus diesen Autoren Alexandre Dumas aus, der im Kapitel LV seines Romans „Der Graf von Montecristo“ den Besuch schildert, den der Graf bei Andrea Cavalcanti macht. Dieser lässt ihn zwischen einem Sherry, einem Portwein und einem Wein aus Alicante wählen. Der Graf entscheidet sich für einen Alicante, den auch Cavalcanti schätzt, der sich so mit der Wahl Montecristos solidarisch erklärt.

 

Wie bereits gesagt, beginnt das Goldene Zeitalter des Weines aus Alicante im 19. Jh. Mitte dieses Jahrhunderts werden die französischen Weinstöcke zuerst vom Oidium (Echter Mehltau) und dann von der Reblaus befallen.  Spanien schließt mit Frankreich ein Präferenzhandelsabkommen ab, das einen unglaublichen Aufschwung für die spanischen Weine bedeutete.  Ende des 19. Jh. wurden 93.000 ha angebaut und über 1.200.000 hl Wein produziert.  Heutzutage werden nicht mal 10.000 ha erreicht und die Produktion liegt bei 400.000 hl.  Im Jahr 1892 endet das Abkommen mit Frankreich und der Überschuss und die Überproduktion beginnen zu einem Krebsgeschwür für den Weinanbau in Alicante zu werden.  In dieser Zeit sagte man „Zehn weitere Jahre Abkommen mit Frankreich und Alicante hätte den prächtigen Paseo  de la Explanada mit Louisdor pflastern können”.  Der spanische Schriftsteller Azorín nahm in Kapitel VI des zweiten Teils seines Romans „La Voluntad” auf die tragischen Folgen Bezug, die die Aufhebung des Vertrages mit Frankreich hatte.

 

Nun bleibt uns nur noch vom berühmten Fondillon zu reden. Dieser Wein aus Alicante war im Lauf seiner Geschichte auf den besten Tafeln der Welt präsent.  Die wenigen bis heute belegten historischen Zitate berichten, dass die Sorte Monastrell der  Ausgangsstoff für diesen Wein war.  Cabanilles schreibt 1796 in seinem bekannten Buch „Die Blätter der Sorte Monastrell sind dunkelgrün und die der Parrell weißlich auf der Unterseite, die Trauben von Parrell stehen enger und sind zahlreicher als die von Monastrell und deshalb fälschen einige Winzer den Wein aus Alicante, indem sie beide Qualitäten, die sich in der Farbe ähneln, vermischen.  Der echte Wein aus Alicante muss aus Monastrell-Trauben produziert werden und aus diesen entsteht dieser schwere, süße, etwas herbe Wein, der von allen Nationen so sehr geschätzt wird.“

 

In der Huerta von Alicante und den Küstenregionen wurden für die Erzeugung dieses Weines die Trauben gesäubert und an der Sonne getrocknet.  Im Binnenland wurde der größte Teil der Fondillonweine aus überreifen Trauben gewonnen, die bereits am Rebstock von der Sonne ausgedörrt, viel später als die normale Weinlese geerntet wurden. Nach dem Treten wurde der Most mitsamt der Fruchtschale in Eichenfässer gefüllt, wo er einen Monat lang gärte.  Die mit diesem Verfahren erzeugte Zuckermenge führte zu 18% vol. Weinen und reifte später in Fässern mit Solera.

 

Im Maisonnave Weinkatalog Ende des 19. Jh. werden die folgenden Verkaufspreise genannt: Wein Alicante Fondillón 800 Francs/hl, Málaga 135, Portwein, 153, Sherry 204, Valdepeñas 60.  Diese Preise allein sprechen für das hohe Ansehen des Fondillonweins.

20. Jahrhundert. Schutz

Das 20. Jh.ist geprägt durch einen Rückgang der Weinbauerzeugnisse; das Produktions- und Wirtschaftsmodell der Provinz Alicante ändert sich und man setzt nunmehr auf den Fremdenverkehr, die Industrie und andere einträglichere Anbaukulturen.

 

Hervorzuheben ist jedoch, dass die Geschichte der Weine aus Alicante sich auf die Gründung der „Herkunftsbezeichnung Alicante” im Jahr 1932 stützt und die Gründung des ersten „Consejo Regulador” (Aufsichtsbehörde) im Jahr 1957.

 

Es sind dies Jahre des Versuchs, den Wirtschaftszweig zu organisieren, die Produktion zu bündeln, die Verbesserung der Qualität und der Flaschenabfüllung zu fördern, des Wandels bei der Herstellung, um sich dem modernen Konsumenten anzunähern.

 

Alle diese Veränderungen reifen in den 1990er Jahren, als neue Weinkellereien ihre Tätigkeit aufnehmen, die Innovation zur Tradition hinzubringen und man erneut von den Weinen aus Alicante spricht. Bis dann der Zeitpunkt der Reife erreicht wurde, der heute mit neuen Installationen, neuen Weinen, jungen Weinfachmännern und Winzern, Preisen, Anerkennungen und der besseren Verbreitung dieser großen Weinkultur gelebt wird.

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